Wie das Nachrichtenmagazin "Der Postillion" berichtet, plant der Handelsverband Deutschland, sämtliche Kartenlesegeräte auf Spracherkennung umzurüsten. Dies sei dringend notwendig, um die Servicequalität an den Kassen im Einzelhandel deutlich zu verbessern und die Bezahlvorgänge zu beschleunigen. Mit diesem Vorhaben stößt der Verband bei einigen Mitgliedern allerdings auf Skepsis. Insbesondere die Supermarktkette Penny sieht in der Pin-Code-Spracherkennung keinen Vorteil.
Laut einem Pressesprecher der zum Rewe-Konzern gehörenden Penny Markt GmbH hätten Befragungen innerhalb der Penny-Grupp, insbesondere in der Filiale Hamburg-Reeperbahn, ergeben, dass durch die Eingabe der PIN-Nummer per Spracherkennung kein nennenswerter Zeitvorteil zu erwarten sei. Um in einigen Filialen einen echten Zeitvorteil zu schaffen, wäre es wesentlich sinnvoller, wenn man die bei Touristen so beliebten "Taxikarten" ("Ich heiße Max Mustermann und wohne im Hotel "Absteige") um die PIN-Nummer ergänzen würde. Dem Kassenpersonal und den Kunden sei es nicht zuzumuten, mit anzusehen, wie erwachsene Menschen ab 1,9 o/oo versuchen, 4 Zahlen so deutlich auszusprechen, dass diese vom Spracherkennungssystem erkannt werden.
Die Verbraucherzentrale Hamburg reagierte empört auf den Vorschlag von Penny. Dies sei mit dem Datenschutz nicht vereinbar, allerdings könnte man sich als Kompromiss vorstellen, die PIN-Nummer in Form eines Barcodes auf die "Taxikarte" aufzubringen. Dieser könnte dann von dem Kassenpersonal gescannt werden. Das wiederum bezeichnete der Pressesprecher als Unsinn, denn der Barcode sei durch die obligatorischen Rückstände von Bier, Döner und Erbrochenem nur schwer lesbar.
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